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Klage Arbeitsgericht Lohnforderung Hamburg
Lohnklage vor dem Arbeitsgericht – Darauf kommt es an!
Beide Parteien tragen bei einer Klage vor dem Arbeitsgericht ihre Kosten selbst. Wenn Sie auf die Expertise und Unterstützung eines Fachanwalts für Arbeitsrecht verzichten, sollten Sie sich unbedingt mit den notwendigen Schritten für eine Lohnklage vertraut machen. Um ausstehenden Lohn erfolgreich einzufordern, sollten Sie die folgenden Punkte kennen und beachten:
- Lohnanspruch prüfen: Beweislast liegt beim Arbeitnehmer, also müssen Sie alle Beweise sichern, um Ihre Lohnforderung vor Gericht zu untermauern.
- Ausschlussfristen: Diese Fristen dürfen Sie bei Lohnforderungen nie verpassen!
- Gütetermin und Kammertermin und Vergleich: Der Ablauf einer Lohnklage
Lohnanspruch prüfen
Die Grundlage für den Anspruch auf Lohn ist der Arbeitsvertrag, denn er enthält die Regelungen zur Vergütung der Arbeitsleistung. Gegebenenfalls muss auch der geltende Tarifvertrag berücksichtigt werden, denn er kann ergänzende oder abweichende Lohnregelungen enthalten. Der erforderliche Nachweis über bisherige Zahlungen und die behaupteten Differenzen findet sich in der Gehalts- oder Lohnabrechnung. Selbstverständlich besteht der Anspruch nur bei tatsächlich erbrachter Arbeitsleistung. Liegen die oben genannten Informationen vor, hat man Klarheit über die genaue Höhe und den Zeitraum der Forderung.
Ausschlussfristen beachten
Die vertraglichen Fristen sind zunächst wichtiger als die gesetzliche Frist, die immerhin drei Jahre beträgt. Das Problem: Die gesetzliche Frist kommt nur zur Anwendung, wenn es keine vertragliche gibt. Die sogenannten Ausschlussfristen im Arbeitsvertrag sind meistens sehr viel kürzer, oft nur drei Monate. Dasselbe gilt für die tariflichen Fristen, denn auch Tarifverträge können strengere Fristen enthalten. Der Anspruch auf das Arbeitsentgelt erfordert eine zweifache Geltendmachung: Zuerst schriftlich in Form einer Mahnung mit Zahlungsfrist und dann, falls das erfolglos bleibt, ist eine Lohnklage Klage nötig. Ein Fristversäumnis kann zum Verfall des Anspruchs führen, darum ist rechtzeitiges Handeln entscheidend. Eine frühzeitige Prüfung durch einen Fachanwalt für Arbeitsrecht ist auf jeden Fall empfehlenswert, um Versäumnisse zu vermeiden.
Gütetermin und Kammertermin
Ist die Klage beim Arbeitsgericht erhoben, kommt es zu einem sogenannten Gütetermin. Das ist das erste Treffen der Konfliktparteien beim Arbeitsgericht, um zu einer Einigung ohne Urteil zu kommen. Bis hierher ist ein Vergleich möglich, dessen Ziel eine außergerichtliche Einigung ist. Gelingt dies nicht, folgt der Kammertermin, eine Hauptverhandlung mit Richter und ehrenamtlichen Beisitzern. Spätestens im Kammertermin können Zeugen geladen und gehört werden. Doch sei an dieser Stelle vor der Dauer des Verfahrens gewarnt. Dieser Prozess kann sich über Monate hinziehen und verursacht zusätzliche Kosten.
Beweislast beim Arbeitnehmer
Wie bereits weiter oben erwähnt, liegt die Beweislast bei einer Lohnklage beim Arbeitnehmer. Folgende Beweismittel kommen vor dem Arbeitsgericht in Frage:
- Arbeitsnachweise: Stundenaufzeichnungen, Schichtpläne und Ähnliches, die die Erfüllung der Arbeitspflichten belegen.
- Zeugenaussagen: Oft können Kollegen den Rückstand der Lohn- oder Gehaltszahlungen bestätigen.
- E-Mail-Verkehr: Die schriftliche Kommunikation mit Arbeitgeber hinsichtlich der Lohnforderung dient als Bestätigung der Fristwahrung.
- Lohn- oder Gehaltsabrechnung: Unvollständige Zahlungen werden so nachvollziehbar gemacht.
- Bankauszüge: Hier werden die tatsächlichen Zahlungseingänge dokumentiert und die fehlenden lassen sich nachweisen.
Rechtsschutz und Kostenrisiko
Manche jedoch nicht alle Rechtsschutzversicherungen decken Anwalts- und Verfahrenskosten eines Arbeitsgerichtsprozesses ab. Darum sollten Sie beachten, das in der Erstinstanz kein Kostenerstattungsanspruch besteht. Auch bei einem juristischen Erfolg trägt jeder seine Kosten selbst. Auch wenn es zunächst keine Anwaltspflicht gibt, die beim Arbeitsgericht erster Instanz nicht zwingend ist, empfehlen wir trotzdem einen Fachanwalt für Arbeitsrecht zu Rate zu ziehen. Mit dem können Sie noch vor der Klageeinreichung die möglichen Folgekosten besprechen. Diese Beratung bekommen die Mitglieder der Hamburger ArbeitnehmerHilfe e.V. übrigens kostenlos, während die Mitgliedschaft kalenderjährlich lediglich 49 € kostet. Bei geringem Einkommen ist es möglich, auf dem Arbeitsgericht formlos Prozesskostenhilfe zu beantragen.
Kurze Frage - Schnelle Antwort
Wie kann ich Lohnrückstände einfordern? Was kann ich tun, wenn mein Arbeitgeber meinen Lohn nicht korrekt zahlt? - Zunächst können Sie den Arbeitgeber mit Fristsetzung mahnen, im zweiten Schritt eine Lohnklage einreichen und zuletzt, sofern der Lohnrückstand erheblich ist, auch die Arbeit verweigern oder fristlos kündigen.
Wie hoch sind die Kosten für eine Lohnklage? - Der Streitwert, das heißt, die Höhe des eingeklagten Arbeitsentgelts entscheidet über die Höhe der Gerichtskosten, die bei 76,00 Euro beginnen und nach oben offen sind.
Wie reicht man eine Klage beim Arbeitsgericht ein? - Arbeitnehmer können sich direkt an die Rechtsantragsstelle des Arbeitsgerichts wenden und die Lohnklage bei einem Urkundsbeamten mündlich zu Protokoll geben, der ihre Klage anschließend in Form bringt und weiterleitet.
Wie lange kann ich rückwirkend Lohn einfordern? - Die gesetzliche Verjährungsfrist beträgt drei Jahre. Allerdings gelten oft vertragliche Regelungen mit sehr viel kürzeren Fristen, manchmal von lediglich drei Monaten.
Kann man ohne Anwalt zum Arbeitsgericht? Kann ich ohne Anwalt eine Lohnklage einreichen? - Ja, wobei es in vielen Fällen ratsam ist, eine arbeitsrechtliche Beratung in Anspruch zu nehmen.
Wie lange dauert eine Lohnklage beim Arbeitsgericht? - Sie müssen mit einer Verfahrenszeit zwischen einigen Wochen und mehreren Monaten rechnen. Die meisten Verfahren enden jedoch mit einem Gütetermin nach etwa drei bis vier Wochen.
Wo bekomme ich Geld her, wenn mein Arbeitgeber nicht zahlt? - Das geschieht meist dann, wenn der Arbeitgeber insolvent ist. Dann sollten Sie bei der Agentur für Arbeit Insolvenzgeld beanspruchen.
Ist eine Klage vor dem Arbeitsgericht kostenlos? - Nein, jede Partei muss vor dem Arbeitsgericht ihre Kosten selber tragen.
Ist es strafbar, wenn der Lohn nicht gezahlt wird? - Nein, es ist grundsätzlich nicht strafbar, solange es sich nicht um eine vorsätzliche, also betrügerische Tat handelt.
Wie hoch sind Verzugszinsen bei Gehalt? - Die Verzugszinsen für ausgebliebenes Arbeitsentgelt liegen fünf Prozentpunkte über dem Basiszinssatz.
Wenn Sie eine Rechtsberatung zum Thema Lohnforderung wünschen oder Fragen zu anderen arbeitsrechtlichen Themen haben, rufen Sie uns bitte an. Einen unserer Fachanwälte für Arbeitsrecht erreichen Sie montags bis freitags zwischen 9 und 17 Uhr unter der Nummer 040-600553390.
ArbeitnehmerHilfe e.V. Hamburg: Kompetente, zuverlässige und unkomplizierte Beratung durch einen Fachanwalt für Arbeitsrecht!
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